Zwei einfache Regeln für bessere Fotos mit jeder Kamera

Im Lauf des letzten Jahres habe ich sehr viel Zeit investiert mir die Grundlagen für bessere Fotos anzueignen. Dabei habe ich gelernt, dass die Kamera nur ein Werkzeug ist und eine teure Kamera nicht automatisch bessere Fotos macht. Viel wichtiger ist hingegen ein Gefühl für die richtige Bildkomposition zu entwickeln. In diesem Blogbeitrag erkläre ich 2 einfache Regeln für die Verwendung des Rasters für die Bildkomposition,  die mit jeder Kamera oder Smartphone sofort umgesetzt werden können.

KAmeraeinstellung: Raster aktivieren

Um die Bildkomposition aktiv zu gestalten, muss zunächst das 3x3-Raster der Kamera aktiviert werden. Dies sollte bei jeder modernen Kamera oder Smartphone in den Einstellungen möglich sein.

Das Raster teilt das Foto in 9 gleichgroße Felder auf, wobei die horizontalen und vertikalen Linien sowie die jeweiligen Schnittpunkte für die Bildkomposition genutzt werden. Ich habe das Raster standardmäßig immer aktiviert, da es mir zudem auch dabei hilft die Kamera gerade auszurichten.

Moderne Kameras oder Smartphones ermöglichen die Aktivierung des Rasters (hier am Beispiel des iPhone)
Moderne Kameras oder Smartphones ermöglichen die Aktivierung des Rasters (hier am Beispiel des iPhone)

1/3 - 2/3-Regel beachten

Typische Urlaubsfotos sehen oft wie folgt aus: Die Kamera wird auf Kopfhöhe gebracht, der Horizont in die Mitte des Fotos angesetzt und das Hauptmotiv, soweit vorhanden, in der Mitte des Bildes platziert. Das Problem dabei ist, dass die Stimmung, die man selbst in diesem Moment erlebt hat nicht wirklich in das Foto übertragen wird. Das Foto wirkt flach, unspannend und irgendwie unpersönlich. Mein Foto aus Venedig zeigt genau das Problem, der Horizont liegt in der Mitte, wurde auf Kopfhöhe fotografiert und besitzt nicht mal ein Hauptmotiv - ein typischer Schnappschuss.

 

Die erste Regel für bessere Fotos lautet daher: Der Horizont sollte auf einer der beiden horizontalen Rasterlinien liegen, um eine 1/3-2/3-Aufteilung des Fotos zu erhalten. Ob ich dabei mehr Himmel oder mehr Landschaft zeige hängt davon ab was spannender ist. Habe ich einen rein blauen Himmel, muss ich nicht viel davon zeigen. Bei dramatischen Wolken, in einer tollen Abendstimmung hingegen kann es spannender sein 2/3 des Fotos mit dem Himmel zu füllen.

So nicht: Horizont in der Bildmitte platzieren
So nicht: Horizont in der Bildmitte platzieren

Hauptmotiv auf Schnittpunkte legen

Habe ich den Horizont bewusst gesetzt, ist bereits viel gewonnen. 

Für ein spannendes Foto benötige ich jedoch noch ein Element mehr: Ein  Blickfang im Vordergrund des Fotos. In meinem Strandfoto von Sylt habe ich dazu einen Stein genutzt, der von den Wellen umspült wird. Ich habe den Stein selbst dort platziert, und die Kamera so ausgerichtet, dass der Stein auf dem unteren rechten Schnittpunkt liegt.

 

Die zweite Regel für bessere Fotos lautet daher: Platziere das Hauptmotiv auf einem der vier Schnittpunkte, die durch das Raster entstehen. Die Fotos erhalten dadurch automatisch mehr Tiefe und wirken spannender. Dieser Tipp gilt sowohl für Landschaftsaufnahmen als auch für Aufnahmen mit Menschen.

So geht es richtig: Horizont auf der oberen Rasterlinie und der Stein als Hauptmotiv auf einem Schnittpunkt
So geht es richtig: Horizont auf der oberen Rasterlinie und der Stein als Hauptmotiv auf einem Schnittpunkt

Das Strandfoto von Sylt vereint nun beide Regeln. Der Horizont ist auf der oberen Rasterlinie platziert und der Stein auf dem unteren rechten Schnittpunkt.  Das Foto hat dadurch Tiefe, da ich einen Vordergrund (Strand und Stein), einen Mittelgrund (Wellen) und einen Hintergrund (Himmel mit Sonne) habe.

Zudem habe ich eine führende Linie entlang der Wellen, wodurch das das Auge vom Hauptmotiv zur Sonne als hellstes Element des Fotos wandert. Mehr dazu aber in einem späteren Blogbeitrag...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0